Verbrennungschirurgie bei Kindern
Meistens handelt es sich um Verbrühungen mit heißen Flüssigkeiten, die sich die Kinder durch das Herunterziehen oder Umstoßen von Gefäßen selbst zufügen. Die Verbrühungen sind in der Regel zweitgradige Schädigungen der Haut, die sowohl konservativ als auch operativ versorgt werden können. Die konservative Behandlung mit unterschiedlichsten Salbenverbänden geht allerdings einher mit täglichen schmerzhaften und belastenden Verbandswechseln, einem damit verbundenen längeren stationären Aufenthalt und einem deutlich höheren Risiko bleibender entstellender Narben.
Mit Hilfe moderner operativer Methoden ist es heute durch lediglich einen Eingriff möglich, die geschädigte Haut schonend abzutragen. Eine Hautverpflanzung ist nur in den seltensten Fällen erforderlich. Die Operation erfolgt während einer kurzen Narkose, durchgeführt von Narkoseärzten, die in der Betreuung von Kindern über die nötigen Kenntnisse und Erfahrungen verfügen. Die von Keimen und Oberhautresten gereinigte Haut wird mit natürlicher menschlicher Eihaut (Amnion) abgedeckt, die für die Wunde optimale Heilungsbedingungen schafft. Das Kind ist nach dem Eingriff schmerzfrei. Austretende Wundflüssigkeiten können das Amnion durchdringen und werden von Kompressen aufgenommen, so dass kein feuchtes, keimbesiedeltes Milieu entsteht.
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Zum Ende der Operation werden aufwändige Verbände und Gipsverbände angelegt, um die betroffenen Areale ruhig zu stellen. Unter dem Amnion kann sich nun die „neue Haut“ bilden und die Wunde verschließen. Dieser Vorgang dauert in der Regel 5 Tage, die das Kind gemeinsam mit einem Elternteil in der Klinik verbringt. Nach dieser Zeit erfolgt der erste Verbandswechsel und das Kind kann in die häusliche Umgebung entlassen werden. Das Amnion löst sich nach der vollständigen Wundheilung von alleine ab. Die regenerierte Haut ist in der Anfangsphase noch sehr dünn und empfindlich und benötigt deshalb besondere Pflege mit fettenden Salben und bestmöglichen Sonnenschutz um Pigmentveränderungen zu vermeiden.
Die Wahrscheinlichkeit, dass sich bleibende Narben bilden, ist bei der Amnionmethode vergleichsweise gering. Sollte dies dennoch der Fall sein, muss frühzeitig die Behandlung mit Kompressionswäsche begonnen werden. Bis zum Zeitpunkt der vollständigen Abheilung der Wunde sollten deshalb in regelmäßigen Abständen Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden, um sicherzugehen, dass mögliche Risiken rechtzeitig erkannt und ausgeschaltet werden können.
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