News

Krebsrisiko bei bestimmen Implantaten der Firma Allergan

Eventuell  haben Sie aus den Medien bereits erfahren, dass seit geraumer Zeit über ein erhöhtes Krebsrisiko bei bestimmen Implantaten der Firma Allergan diskutiert wird. Wir als Plastische Chirurgen nehmen dieses Thema  sehr ernst und informieren uns regelmäßig über unsere Fachgesellschaften und  auf Fachtagungen im Kollegenkreis über den Umgang mit diesem Thema.

Es kam bei einigen wenigen Fällen beim Einsatz von texturierten Implantaten zu einer sehr seltenen Krebsform , dem sogenannten ALCL.  Bei dieser Erkrankung handelt es sich NICHT um Brustkrebs, sondern um einen Krebs der Zellen des Immunsystems. Meist entstanden diese als Lymphom bezeichneten Tumoren im Narbengewebe und in der Flüssigkeit um das Implantat herum. In seltensten Fällen ist auch eine Ausbreitung auf den ganzen Körper  möglich.

Auch wenn nur 1 Fall/ 3 Millionen Implantaten beschrieben wurde nehmen wir diese Erkrankung sehr ernst. Wir wissen noch nicht wie lange es dauert, bis sich die Lymphome nach der Brustoperation entwickeln, die Daten schwanken hier erheblich. Bei einigen Frauen wurde der Tumor schon nach einem Jahr nach Brustop entdeckt, bei anderen erst nach mehr als 20 Jahren.

Was wir wissen ist, dass diese Krebsart sehr gut zu behandeln ist, diesbezüglich liegen bereits einige Daten vor. Warum dieser seltene Tumor jedoch gerade bei  texturierten Implantaten auftritt ist noch unklar und wird momentan untersucht.

Der Implantathersteller Allergan, dessen texturierte Implantate im Wesentlichen betroffen sind,  hat als Konsequenz ab sofort den Verkauf von texturierten Brustimplantaten gestoppt. In unserer Praxis werden schon seit vielen Jahren keine Allerganimplantate mehr verwendet, da wir mit den Implantaten der Firma Sebbin unserer Erfahrung nach schönere Ergebnisse erzielen.  Patientinnen , denen vor dieser Zeit texturierte Implantate der Firma Allergan eingesetzt wurden geht in Kürze ein weiteres Informatinsschreiben zu.

Aktuell gilt:

1.Es gibt von den internationalen Fachgesellschaften momentan KEINE Empfehlung bereits eingesetzte Implantate zu entfernen.

  1. Implantatbrüste sollten jährlich durch Ihren Operateur untersucht werden, ggf. ist eine Ultraschalluntersuchung erforderlich.
  2. Treten Symptome wie plötzliche Asymmetrie, Schwellung oder Rötung der Brust auf setzen Sie sich mit uns in Verbindung.

Für weitere Fragen hat unsere Fachgesellschaft (DGPRÄC) auf ihrer Internetseite eine Patienteninformation bereitgestellt.

https://www.dgpraec.de/patienten/sonderthemen/implantatsicherheit/